Y.Yakamura
Kampfkunst ist eine Lebensverlängernde Gesunderhaltung, sie stärkt nicht nur den Körper sondern besonders den Geist und das eigene Bewusstsein. Manche Kampfkünste kann man sich vorstellen wie ein Meditativer Tanz, eine Choreografie.

In vielen Sportkünsten sowie auch in Kampfsportarten gibt es zahlreiche Choreografien, auch Grade oder Kata's genannt. Sie steigern besonders die Kondition und die Begeisterung vieler Sportler, bedenken sollte man hier aber das allein die perfekteste Choreografie die Eigenverteidigung, wofür die Kampfkunst gedacht ist, nicht erfüllen.
Kampfkunst ist kein Projekt oder ein Programm was man so durchführt und sich die Choreografien erhascht, leider gibt es viele die ausschließlich Grade und Kata's anstreben um das label Master (Sifu, Sensei etc.) oft God zu präsentieren. Diese Götter locken mit viel Kung Fu Werbung und Waffenarsenals in ihren Schulen um Schüler. Solche Schulen sind besonders teuer und die Schüler brauchen Jahrzehnte um überhaupt mal eine Choreografie auswendig zu lernen.
Es gibt verschiedene Geschichten und Herkünfte der Kampfkünste und Kampfsportarten.
Einige geschichtlichen Wortbedeutungen und Aufklärungen von Budō und anderen Definitionen von Kampfkünsten und Kampfsportarten.
Budō 武道
Budō (japanisch 武道, deutsch Militär-Weg, Kriegskunstweg, Weg des Krieges) ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste, die – im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu-Kriegskünsten – außer der Kampftechnik noch eine „innere“ Dō-Lehre oder auch Philosophie enthalten. Das sino-japanische Kanji Bu (武) entspricht dem alt-japanischen Takeshi und bedeutet Militär oder kriegerisch. Das Kanji Dō (道) hat die Semantik des Wortes „Weg“. Nach einer anderen Deutung setzt sich das Zeichen Bu aus zwei anderen Schriftzeichen zusammen, die „Waffen anhalten“ bedeuten.
Während Bujutsu der Oberbegriff der reinen Kampftechniklehre ist, die die Effizienz nach außen als Priorität hat, ist das Budō eine auf das Innere des Übenden abzielende Tätigkeit. Wie in vielen japanischen Künsten liegt im Budō der Sinn eher im „Tun” als im Ergebnis. Es ist ein Prozess, dessen Ergebnis offen und oft auch nebensächlich ist.
Die Begriffe „Budō“ und „Bushidō“ (Weg des Kriegers) haben auch noch eine übertragene Bedeutung: als Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle. Die ersten Budō-Systeme sind in der vergleichsweise friedlichen Edo-Periode (1600-1868) entstanden, als die Samurai keine Kriege führen mussten und sie Zeit für das Üben der Kampfkünste hatten.
Kung Fu 功夫
Der Begriff Kung Fu, Gongfu oder (selten) Gungfu (chinesisch 功夫 Gōngfū, W.-G. Kung Fu ‚Etwas durch harte/geduldige Arbeit Erreichtes‘) wird im Westen meistens als Bezeichnung für verschiedene chinesische Kampfkunststile verwendet (beispielsweise „Shaolin Kung Fu“ oder „Wing Chun Kung Fu“). In der chinesischen Sprache bezeichnete der Begriff ursprünglich eher den Grad einer Kunstfertigkeit, die durch harte Arbeit erworben wurde, wird aber mittlerweile auch dort vor allem für die Kampfkünste verwendet.
Es existieren verschiedene Umschriftsysteme, um die chinesische Schrift des Hochchinesischen in lateinischen Buchstaben darzustellen, wodurch sich auch die verschiedenen lateinischen Schreibweisen für die Schriftzeichen 功夫 ergeben. Die Schreibweise Kung Fu ist in der westlichen Welt wohl am verbreitetsten und geht auf das vor allem früher in den Vereinigten Staaten von Amerika verwendete Wade-Giles-System zurück. Im international offiziell verwendeten Pinyin-System gilt die Schreibweise Gōngfū. Wenn man dabei die diakritischen Zeichen weglässt, mit denen die Töne des Hochchinesischen dargestellt werden, dann ergibt sich Gongfu.
Die heutzutage nur selten anzutreffende Schreibweise Gungfu geht auf Bruce Lee zurück, dessen Muttersprache Kantonesisch war. Im Westen wurde der Begriff Kung Fu (oder Gungfu) als Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste in den 1960er Jahren durch Bruce Lee und die Hong-Kong-Filme (Eastern) in den Vereinigten Staaten von Amerika populär, später auch durch die Fernsehserie Kung Fu.
Im traditionellen chinesischen Sprachgebrauch ist gōngfu keine Bezeichnung für die Kampfkünste im Speziellen, sondern für jede Fertigkeit, die man sich durch harte Anstrengung erarbeitet und in der man es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat. Dies kann sich auf die Kampfkünste, aber auch auf andere Fähigkeiten beziehen. Somit werden zwar beispielsweise mit Shaolin Kung Fu (chinesisch 少林功夫 Shàolín Gōngfu, W.-G. shaolin kung fu ‚Shaolin-Fähigkeiten‘) die Kampfkünste der Shaolin-Mönche bezeichnet, aber auch ein Kalligraph kann „vom gōngfu erfüllt sein“.
Der chinesische Sammelbegriff für alle chinesischen Kampfkünste ist traditionell Wǔshù (chinesisch 武術 / 武术 ‚Kampfkunst‘). Mittlerweile wird jedoch auch in China der Begriff gōngfu vermehrt verwendet, um die Kampfkunst vom Kampfsport (Wushu) begrifflich zu trennen. Wird der Begriff in seine einzelnen Schriftzeichen zerlegt, dann bedeutet das Zeichen 功 „Errungenschaft“, „Verdienst“ oder „Leistung“, und 夫 bedeutet „Mensch“ oder „Mann“. Die Kombination von Schriftzeichen trägt jedoch die oben genannte Bedeutung.
Das Wort „Kung Fu“ ist aus den Schriftzeichen Gōng (chinesisch 功, W.-G. kung ‚Errungenschaft‘) und Fu (chinesisch 夫, W.-G. fu ‚Mensch‘) gebildet. Der zusammengesetzte Begriff hat in der chinesischen Philosophie eine tiefgehende Interpretation.
In diesem Sinne ist Kung-Fu die Arbeit an der eigenen Person durch die konsequente Hingabe an eine Kunstfertigkeit. Hier ähnelt der Begriff der Verwendung des Begriffes Dō (= Weg, Pfad) in den traditionellen japanischen Künsten. Neben der wörtlichen Bedeutung ist dies auch ein Hinweis auf die spirituellen Dimensionen und den Einfluss des Dào auf die Praxis der einzelnen Disziplinen. Mark Salzman beschreibt in seinem Buch Eisen und Seide, dass Kung Fu auch eine „nicht messbare Qualität“ ist, die einer Sache innewohnt. Ein gemaltes Schriftzeichen kann Gong fu haben – der Schöpfer hatte, wie oben beschrieben, langes Training in die Vervollkommnung seiner Kunst investiert. So können Dinge, aber auch Tätigkeiten, z. B. Tanz, Musik oder Kampfbewegungen, über Kung Fu verfügen.„[Kung Fu ist das] Unterfangen des Menschen, sich durch ständiges Bemühen zu vervollkommnen. [...] [Was immer wir auch tun], stets kommt in unserem Tun unsere innere Verfassung zum Ausdruck.[...] Wenn wir unser Handeln vervollkommnen, vervollkommnen wir uns selbst.“– Taisha Abelar
Bujutsu 武術
Bujutsu (jap. 武術, wörtlich: Kriegs, Militär-Kunst, Technik) ist der Oberbegriff für die früheren japanischen Kriegskünste. Nachdem das Erlernen der Techniken für kriegerische Zwecke nicht mehr nötig war, entwickelte sich in Japan aus dem Bujutsu das Budō.
Im 9. Jahrhundert stieg in Japan mit den Samurai eine aristokratische Kriegerkaste auf, die in den folgenden Jahrhunderten das gesamte Gemeinwesen dominierte. Diese Krieger übten sich in den verschiedensten Kampfdisziplinen, die teils mit, teils ohne Waffen ausgeübt wurden. Obwohl es für jede Waffe Spezialisten gab, wurden die Samurai in den wichtigsten Waffengattungen unterwiesen, damit sie im Kriegsfall für ihren Lehnsherren kämpfen konnten.
Die primären Waffen der Samurai waren das Schwert (Katana) (das Kämpfen mit dem Schwert wird im Kenjutsu gelehrt), Speer/Lanze Yari (Sōjutsu), Bogen/Pfeil Yumi, Ya (Kyūjutsu). Das Kämpfen mit dem (mittellangen) Stock (Jō) wird im Jōjutsu unterrichtet und das Kämpfen mit dem langen Stock (Bō) im Bōjutsu (der Stock war allerdings keine bevorzugte Samurai-Waffe, er wurde auch von anderen Ständen benutzt). Es gibt noch eine Vielzahl von verschiedenen anderen Jutsu.
Zu Beginn der Edo-Periode (ab 1603) wurde das Land politisch geeint und befriedet. Die Samurai verloren ihre ursprüngliche Aufgabe und wurden zunehmend zivil. Die Tradition des Übens der Kampfkünste aber erhielt sich, war sogar gesetzlich vorgeschrieben (Buke Shohatto), und erhielt durch die Hinzunahme moralischer und charakterlicher Lehren ein neues Fundament (Budō).
Mit der Modernisierung und Verwestlichung in der Meiji-Zeit (Schwertverbot, Haitorei, 1876) verloren die Bujutsu weiterhin an Boden. Die Übernahme westlicher Militärtechnologie schien die alten Bujutsu-Lehren überflüssig zu machen.
Dass sich einige der alten Kampfkünste erhalten haben, liegt an ihrer familienartigen Organisationsstruktur (Iemoto-System). Ein Meister einer Bujutsu-Schule (Ryū) hatte nur wenige ausgewählte Schüler, von denen wiederum einer der Erbe dieser Schule wurde (bevorzugt der älteste Sohn). Dieser „Siegelbewahrer” knüpft sein Schicksal völlig an das Ryū und gewährleistet die Bewahrung der Lehre für die Zukunft. In vielen Bujutsu werden die Kerntechniken in formellen Abläufen (Kata) aufgezeichnet, deren Studium ein wesentlicher Bestandteil des Erlernens eines Ryū darstellt.
Früher gab es Hunderte von Ryū (Watatani und Yamada zählen weit über 700 Schulen), die aber zum größten Teil ausgestorben sind. Die Fälschung von Abstammungslinien war und ist heutzutage ein beliebtes Mittel, um die eigene Kampfkunst zu legitimieren oder um sich zu profilieren und damit Geld zu verdienen. Deshalb ist den Interessenten an der Ausübung einer Koryū anzuraten, sich vorher genau über die Ryū und den Lehrer zu informieren.
Wǔshù 武術 武术


Als chinesische Kampfkünste werden alle Kampfkünste und Kampfsportarten bezeichnet, die aus China stammen. Für viele Stile wird der Begriff Kung Fu (chinesisch 功夫 Gōngfu ‚hart erarbeitete Fertigkeit‘) verwendet, der im Chinesischen eigentlich eine umfassendere Bedeutung trägt, aber mittlerweile in China der vorherrschende Überbegriff für chinesische Kampfkünste ist. Andere Bezeichnungen sind Wǔshù (chinesisch 武術 / 武术 ‚Kriegskunst‘) oder Gúoshù (chinesisch 國術 / 国术 ‚Nationale Kunst‘), früher war auch das Wort Quánfǎ (chinesisch 拳法, kant. Kuen Fat ‚Methode der Faust (-kampftechnik)‘) gebräuchlich.
Stile: In China gibt es eine etliche hundert Jahre alte Tradition der Kampfkünste. Heutzutage sind mehrere hundert traditionelle und moderne Kampfkunststile und -systeme bekannt (siehe Liste der Kampfsportarten).
Gemeinsamkeiten: Als Ursprung der meisten Stile werden häufig die Kampfkunst der buddhistischen Mönche des Shaolin-Klosters (Shaolin-Quanfa) oder die Kampfkünste der daoistischen Mönche aus den Wudang-Bergen betrachtet. Generell dienen oder dienten viele Stile nicht nur der Selbstverteidigung oder der Anwendbarkeit im Kampf, sondern auch der Meditation, der Fitness oder der Gesundheitspflege. Vor allem heutzutage kommt zunehmend der Aspekt der Schaustellerei hinzu. Viele Kampfkunststile beinhalten sowohl waffenlose als auch bewaffnete Techniken, wobei die unterschiedlichsten Waffen gebräuchlich sind.
Innere und äußere Stile: Häufig wird zwischen den sogenannten äußeren oder harten Stilen (chinesisch 外家拳 wàijiāquán) und den inneren oder weichen Stilen (chinesisch 內家拳 nèijiāquán) unterschieden. Während in den äußeren Stilen viel Wert auf Geschicklichkeit, Stärke und Geschwindigkeit gelegt wird, soll in den inneren Stilen der Gegner durch Weichheit – also indem dem Gegner kein direkter Widerstand entgegengesetzt wird – und durch Einsatz der inneren Kraft Qi besiegt werden. Die äußeren Stile werden meistens mit den Kampfkünsten der buddhistischen Shaolin-Tempel und deren Nachfolgern in Verbindung gebracht, die inneren Kampfkünste hingegen mit den daoistischen Klöstern im Wudang-Gebirge. Die populärsten Beispiele für äußere Stile sind vermutlich das Shaolin Kung Fu oder Bruce Lees Jeet Kune Do, für innere Stile das Taijiquan.
In der sinologischen Forschung wird die Einteilung mittlerweile als nutzlos eingestuft, da die meisten Stile sowohl innere als auch äußere Techniken beinhalten.
Während die äußeren Stile auch rein körperlich geübt werden können, erfordern die inneren Stile eine gute Körperwahrnehmung und einen hohen Grad der Entspannung und werden daher häufig langsam geübt. Darüber hinaus spielt Meditation eine wesentliche Rolle im Lernprozess. Daher wird die Einteilung in innere und äußere Stile im Westen gerne von Praktizierenden der inneren Stile wie Taijiquan verwendet, um sich von den Praktizierenden in den Schulen abzugrenzen, die den meditativen Aspekt ihrer Kampfkunst eher vernachlässigen. Es sollte jedoch betont werden, dass diese Aspekte traditionell auch in vielen äußeren Stilen und insbesondere dem Shaolin-Wushu eine wesentliche Rolle gespielt haben. Andere äußere Stile, wie z. B. das Wing Chun, haben selbst im südchinesischen Original wenig Wert darauf gelegt.
Nördliche und südliche Stile: In China werden die Stile häufig auch in nördliche und südliche Stile eingeteilt. Wesentliche Merkmale nach dieser Unterteilung sind:
- Nördlich: weite Bewegungen, schnelle Läufe, auch Sprünge und hohe Tritte.
- Südlich: kurze, explosive Bewegungen, wenige Lauf- und Sprungbewegungen
Grundlagen: Anfangs erlernt ein Schüler vor allem die Grundlagen des Kampfkunststils. Diese dienen einerseits dem Erlernen von Grundtechniken wie Stellungen und Bewegungsprinzipien und der Entwicklung des der Kampfkunst eigenen Körpergefühls, andererseits der Erhöhung der Gesamtbeweglichkeit und Ausdauer, der Kräftigung und Dehnung von Muskeln, Bändern und Sehnen.
Form: Dann lernt ein Schüler eine sogenannte Form (chinesisch 套路 Taolu). Diese dient dazu, die Grundtechniken des Stils möglichst genau zu verinnerlichen, ohne dabei von der Anwendung im Kampf abgelenkt zu werden. Daher werden Formen zuweilen auch langsam geübt.
Üblicherweise wird dabei mit einer waffenlosen Form begonnen und bei einem fortgeschrittenen Schüler mit Waffenformen fortgefahren. Neben den Soloformen, die von einem Schüler alleine geübt werden, gibt es auch Partnerformen, bei denen einstudierte Kampfchoreographien von zwei oder mehr Kämpfern praktiziert werden.
Anwendung: Erst später wird die Anwendung der Techniken in den Vordergrund gestellt. Dies sind typischerweise zunächst Partnerformen oder vorher festgelegte Angriffe und Reaktionen darauf. Der Freikampf ist die letzte Stufe des Lernens.

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